Gesprächsrundschau

26. Januar 2025 – Bischöfin Mariann Budde

„Im  Namen Gottes bitte ich Sie, sich der Menschen in diesem Land zu erbarmen, die jetzt Angst haben“: Welcher Mut, welcher Heldenmut hat  Mariann Budde letzten Dienstag zu ihrer Rede an Donald Trump geführt. Dicht vor ihr saß er mit seiner bitter blickenden Frau im obligaten Gottesdienst am ersten Tag nach der Amtsübergabe und musste sich ins Gesicht sagen lassen: dass die amtierende Bischöfin von Washington seit 2011 ihn um Gnade für die verhassten Einwanderer bat. Gnade für die „sans papiers“, die noch am selben Tag und seither immer öfter in ganz Amerika aufgestöbert, aus ihrem Leben gerissen und in Militärflieger gesetzt werden. Offenbar weiss man, welche Länder für sie zuständig wären. Wurden Abkommen getroffen? Wird Mexiko unter der neuen Präsidentin Sheinbaum endlich den Drogenhandel unterbinden? Gnade ist Teil der christlichen Botschaft, “Vergebung der Schuld“ ein Wort  aus dem Vaterunser. Welchem Christentum hat sich Donald Trump verschrieben?  Was aus Mariann Budde wird, sollte man aufmerksam verfolgen

2025-01-26T11:17:10+00:0001 '25|Gesprächsrundschau|

21.Januar 2025 – Der Weltlöwe brüllt

denn kein verkniffener Mafioso sprach gestern im Kapitol, es brüllte vielmehr der Weltlöwe – so sah ihn jedenfalls das SPIEGEL Cover mit der leoninen Maske, dem Löwen unter cäsarischem Lorbeer. Triebhafte und archaische Herrschergeschichte.  Die Titelstory handelte dann vom bitteren Feind Elon Musks, nämlich Steve Bannon: der als ältester Bannerträger der MAGA Ideologie posiert und fast alles begrüßt, was die demokratischen Strukturen zu Fall bringen kann. Über acht Millionen illegale Einwanderer stören die „Bioamerikaner“, dabei sind sie ihnen so dienlich wie  die importierten Sklaven von einst. Wer könnte deren Arbeit verrichten, deren Sozialabgaben zahlen, wenn sie verschwänden? Mario Guzmann berechnete am 12. Januar in der WELT, wie teuer jede Deportation die US Bürger zu stehen käme, wie viele Steuern die Illegalen erbringen für soziale Leistungen, die sie selber nie beanspruchen dürften, usw. Gestern abend beurteilte dann Adrian Daub im Deutschlandfunk die markerschütternde Programmrede aus Washington sogar als Fanal im Geschlechterkampf, als dröhnende Selbststilisierung von Männern. Der ganze Auftritt ähnelte aber dem Amtsantritt von Rodrigo Duterte auf den katholischen Philippinen. Dieser Präsident endete schliesslich als oberster Mörder ohne Lizenz.

2025-01-21T11:20:12+00:0001 '25|Gesprächsrundschau|

13. Januar 2025 – Zum Schweigen bringen

Zensur von A bis Z, Redeverbote von der Antike bis heute,  von Sokrates bis Solidarnosc, von Galilei bis zu Trumps Twitter-Account- zu diesem Thema hat Barbara Sichtermann soeben eine „Zeitreise von Fall zu Fall“ als Sammelband vorgelegt. Viele bekannte Autoren wirkten mit, darunter ihr Sohn Simon Brückner, Autor eines bekannten Parteiporträts der AfD. Thierry Chervel,  Erfinder des perlentaucher, untersucht hier etwa die seltsame Verwandtschaft der islamischen Fatwa mit unserer westlichen Cancel Culture, ausgehend vom Fall  Salman Rushdie, Autor der „Satanischen Verse“. Nach jahrelangem Versteck  wurde er doch noch Opfer einer Messerattacke. Wir kennen und fürchten sie alle,  die zahllosen mörderischen Racheakte der islamistischen Welt, unfassbar brutal und/ oder sogar unfassbar abgefeimt wie der Angriff von 9/11 aus dem Jahr 2002.  Welche Öffentlichkeit wurde deutscherseits damals getroffen? Der Komponist  Karlheinz Stockhausen soll angesichts der lodernden Twin Towers vom „größten Kunstwerk“ gesprochen haben:  was wiederum eine unfassbare Verirrung der Urteilskraft westlichen Geistes war, genauer: des moralischen Geistes. Und um dessen Urteilskraft geht es in allen genannten Fällen.  Wer soll wann und warum eine militante performance  öffentlich wagen,  und wann soll wer und warum wegen einer solchen performance sterben oder verhaftet werden oder den Ruf/ Beruf verlieren – das zu entscheiden obliegt einer öffentlich ambitiösen Urteilskraft von Akteuren aller  Art. Raphael Gross, Direktor des Deutschen Historischen Museums, veröffentlicht seit 2019 eine Zeitschrift unter dem Titel „Historische Urteilskraft“. Die neueste Ausgabe 06  stammt von 2024. Volker Braun macht sich darin Gedanken über „die Strapazen der Urteilskraft“. Sein Text folgt auf Texte anderer SchriftstellerInnen an derselben Stelle in den vorausgehenden Heften über dasselbe Thema, angefangen mit  Daniel Kehlmann.  Literatur kennt und sucht eben –anders als Heilige Schriften –  keine diktatorischen Handlungszwänge. Suchen wir heute nach Heiligen Schriften?

 

 

 

2025-01-13T18:31:04+00:0001 '25|Gesprächsrundschau|

8.Januar 2025 – Haffners Duell 1939

Vorige Woche druckte die FAZ einen Artikel von Hannes Hintermeier, dem langjährigen Ressortleiter, über einen singulären Text aus der Hitlerzeit. Die  „Geschichte eines Deutschen – Erinnerungen 1914 – 1933“ von Sebastian Haffner stammte aus dessen Nachlass. Entstanden war er 1939, vollständig erscheinen konnte er erst 2002. Die ersten Sätze lauteten:

Die Geschichte, die hier erzählt werden soll, hat zum Gegenstand eine Art Duell. Es ist ein Duell zwischen zwei sehr ungleichen Gegnern: einem überaus mächtigen, starken und rücksichtslosen Staat, und einem kleinen, anonymen, unbekannten Privatmann.  Dies Duell spielt sich nicht auf dem Felde ab, das man gemeinhin als das Feld der Politik betrachtet; der Privatmann ist keineswegs ein Politiker, noch weniger ein Verschwörer, ein >Staatsfeind<. Er befindet sich die ganze Zeit über durchaus in der Defensive. Er will nichts weiter, als das bewahren, was er, schlecht und recht, als seine eigene Persönlichkeit, sein eigenes Leben und seine private Ehre betrachtet. Dies alles wird von dem Staat, in dem er lebt, und mit dem er es zu tun hat, ständig angegriffen, mit äußerst brutalen, wenn auch etwas plumpen Mitteln.“

Wer dächte bei diesen Sätzen nicht sofort an das tödliche Duell zwischen Russland und der Ukraine?  Haffner  dachte vermutlich an etwas anderes. Preussische Gymnasiasten wie er kannten den altgriechischen „Dialog der Melier“ des Thukydides.  Der Kampf der kleinen Insel Melos gegen das spartanische Heer erscheint hier  in Form eines geschliffenen Dialogs:  verfasst im 5. Jahrhundert vor Christus, als eigenes Kapitel aus dem Peloponnesischen Krieg.  Auch die kleine Insel möchte gegen den mächtigen Gegner aufstehen, auch sie möchte eigenes Leben, eigenes Recht und eigene Ehre bewahren – aber umsonst. Grausam ist ihre Hinrichtung.

Haffner beschließt seine Vorrede: „Mein privates Duell mit dem Dritten Reich ist kein vereinzelter Vorgang. Solche Duelle, in denen ein Privatmann sein privates Ich und seine private Ehre gegen einen übermächtigen feindlichen Staat zu verteidigen sucht, werden seit sechs Jahren in Deutschland zu Tausenden und Hunderttausenden ausgefochten – jedes in absoluter Isolierung und alle unter dem Ausschluss der Öffentlichkeit.“

Seit gestern, seit dem 8. Januar 2025, sieht sich die Welt bedroht von einer neuen, nahezu freiwillig gewählten westlichen Weltkriegsmacht, die sich gegen eine östliche in Stellung  bringen will.  Die Dimensionen eines Peloponnesischen Krieges sind längst übertroffen. Präsident  Donald Trump hat seine territorialen Wünsche vorgestellt – Wochen vor seiner regulären Inauguration.  Diese Pressekonferenz war  eine Kippfigur zwischen Dialog und Duell.  Grönland will er kaufen, Panama Kanal und ganz Kanada  übernehmen. Notfalls mit Gewalt.  Dagegen zu sein ist für uns kleine europäische Bündniswelt heute gottlob kein Einzelwunsch.

2025-01-09T15:21:19+00:0001 '25|Gesprächsrundschau|

25. Dezember 2024 – Das Schweigen, von wem?

Heute , am ersten Weihnachtsfeiertag, sprach Papst Franziskus den obligatorischen Segen Urbis et Orbis in Rom. Tausende von Pilgern auf dem großen Platz  lauschten, wie er die Rede mit einer Ermahnung begann: in der Ukraine sollten doch bitte die Waffen schweigen. Ist es nicht seltsam: wir reden vom „Sprechen“ oder „Schweigen“ der Waffen, als wären sie Menschen. Dabei geht es garnicht nur um Waffen von und für Menschen, weil alle Waffen auch Häuser und  Infrastrukturen, Tiere und Landschaften mörderisch treffen können und sollen. Wo das Menschengespräch endet, beginnt oder kann beginnen das Sprechen der Waffen, das Gespräch in Waffensprache.  Als Organersatz der Körpersprache. Und wie beim Menschengespräch, kann es dabei Unterbrechungen geben, Pausen und Schweigen:  Schweigen auf Dauer als tückische Finte oder als Waffenstillstand oder gar Frieden.

Die Waffen nicht sprechen zu lassen gelang  Deutschland legendär gut im Zuge der Wiedervereinigung.  Aber durften sie endgültig schweigen?  Seit dem Zweiten Weltkrieg wartet die politische Welt auf einen Friedensschluss . Die Zwischenlösung im „Zwei-plus-Vier-Vertrag „ von 1990 liess bekanntlich Reparations- und sogar Grenzfragen offen. Und nun verlangt der neue Verteidigungsminister Pistorius von uns eine neue „Kriegstüchtigkeit“. Kommunen sollen sich um Bunker kümmern, U-Bahnhöfe werden auf ihre Brauchbarkeit untersucht, Sirenen zur Probe geläutet. Aber Sirenen heulen:  als Vorspiel der Waffensprache.  Wie sollte man da nicht dem Papst recht geben, wenn er heute das Schweigen der Waffen verlangte.

2024-12-25T19:12:28+00:0012 '24|Gesprächsrundschau|

16.12.2024 – Zitterndes Schweigen

Seit einer Woche steht die politische Welt noch flammender da denn je. Syrien wurde von einer islamistischen Truppe namens HTS  vom Diktator Assad befreit, der floh samt Familie nach Moskau. Seine Soldaten liessen sich überwältigen, HTS gelangte binnen einer Woche nach Damaskus und führt seither die Regierung.  Das Volk jubelt, ein „normales“ muslimisches Leben scheint möglich. Schulen und Hochschulen sind eröffnet, Handel wird getrieben, man darf andere Währungen kaufen. Ein Freitagsgebet für alle , unzensiert, zeigte Menschen im Glück.

Gott hält sich bedeckt. Er überlässt den Dialog den Großmächten. Israel lässt erneut Waffen sprechen, ebenso Erdogan (gegen die Kurden), der Iran schweigt nach dem Verlust russischer Deckung. Amerika hofft auf den neuen Präsidenten. Die Medien präsentieren dem Westen Experten, kundige Korrespondenten wie Kristin Helberg. Sie weiss wirklich fast alles. Im youtube Kanal „jung & naiv“spricht sie fast zwei Stunden lang über die herrschenden Verhältnisse.

2024-12-18T14:44:44+00:0012 '24|Gesprächsrundschau|

2. Dezember 2024 – Das Machtwort

Die tagesaktuellen Rezensionen des MerkelBaumann Buches sind inzwischen erschienen,  Zeitschriften werden folgen, Historiker warten noch auf das ultimative Desaster, für das Merkel vorauseilend verantwortlich gemacht wird.  Nur Navid Kermani, der Philosoph unter den deutschen Autoren, geht in der ZEIT etwas freundlicher auf sie ein, lobt ihre Kindheits- und Jugenderinnerungen und anschaulichen DDR-Lebensverhältnisbeschreibungen. Einmütig schimpft man aber über die spätere  Kanzlerin. Nicht nur die Spaltung der CDU, vor allem die großen Krisen der letzten 20 Jahre scheint sie allein bewirkt und missmanaged zu haben; sie allein hat mit dem sprichwörtlichen Machtwort „Das schaffen wir“ 2015  katastrophischen Unsinn in die Welt gesetzt und befördert. Für ostdeutsche Menschen wurde sie zum Sündenbock.

Der Modus des „Machtwortes“ schien ja hierzulande längst vergessen. „Führerwort ist Gesetzeswort“, hiess es einst bei Carl Schmitt, der inzwischen fast täglich von TikTok UserInnen gelesen wird: nicht buchstäblich, wohl aber im Habitus der Influencer. Interessant auch, dass in der – meist männlichen – Wut auf Merkel verschwindet, was noch vor wenigen Jahren als Krise der Repräsentanz beklagt wurde: Sündenböcke sollen ja gerade repräsentieren, sind ja gerade ein archaisches Werkzeug der Demokratie, das gerade eben in Buchform unversehrt auf die Bühne zurückkehrt. Vielleicht trug diese weibliche Gestalt aus dem Osten es immer schon mit sich? Alle Welt rätselte, wie eine nicht charismatische, nicht rhetorisch begabte, nicht im Sinne Max Webers erratische Figur des öffentlichen Lebens dennoch 16 Jahre Macht über das ganze Land  ausüben konnte. War es ihre Begabung zum Gespräch, zum Kompromiss, zur ausdauernden Schlafverdrängung? Wer weiss. Vielleicht war es auch einfach das Wörtchen „Wir“ von Anfang an.

2024-12-03T11:20:10+00:0012 '24|Gesprächsrundschau|

27. November 2024 – Stichtag: Angela Merkels Autobiographie

Gestern erschien die lang erwartete Autobiographie von Angela Merkel. Mehr als 700 Seiten, verfasst zusammen mit ihrer langjährigen Vertrauten im Kanzleramt, Beate Baumann.  Jetzt müssen oder dürfen wir alle lesen, jung und alt, Generationen, die mit ihr aufwuchsen und solche, die mit ihr alt wurden.  An sich ein Geschenk, um über sich selber nachzudenken. Also in ein Selbstgespräch zu geraten. Wann wird so etwas schonmal angeboten, für einen Zeitraum von nun fast zwanzig Jahren?

Schon nach wenigen Seiten merkt man, warum es so lang wurde. Für eine Millionenleserschaft wird mit der Lupe gearbeitet, winzige Details, kleine Dialoge, unterbrochen von staatsmännischen und historischen Erwägungen. Wer sonst könnte sich das erlauben? „Dichte Beschreibung“, nannte man das eine Zeitlang, aber es ist eben mehr, weil es mitten in unseren Wahlkampf gerät. Absichtsvoll, kann man annehmen.

2024-12-04T15:16:42+00:0011 '24|Gesprächsrundschau|

24. November 2024 – Von der Unterhaltungsgesellschaft zur Überlebensgemeinschaft

Vor rund einem halben Jahr notierte ich hier den markanten Satz des deutschen Verteidigungsministers Pistorius, die deutsche Gesellschaft müsse „kriegstüchtig“ werden. Es ging  um die Wehrpflicht und die Ertüchtigung der Armee. Zu viele Waffen hat man offenbar an die Ukraine vergeben, zu wenig im eigenen Land modernisiert.  Obgleich angeblich eine Mehrheit der Deutschen Frieden wünscht (wie Frau Wagenknecht),  ist seit März 2024   – also seit dem AUdas Ansehen des Verteidigungsministers kontinuierlich gestiegen,  bis  hin zur Kanzleroption.  Davon distanzierte er sich nun vergangenes Wochenende offiziell. Was aber nichts heisst.  Denn inzwischen sind Initiativen aller Art unterwegs zur deutschen Kriegstüchtigkeit:  Kurse in Schulen trainieren das Überleben, am heutigen Sonntag predigte  in der Gemeinde Grunewald zum ersten Mal wohl ein Militärseelsorger „mit seinem Team“; die angesehene Literaturagentin Karin Graf hat zur Vorweihnachtszeit in der Berliner Gedächtniskirche  eine literarische Reihe eröffnet. Besinnliches wird man dort erfahren, letzte Dinge werden zur Sprache kommen, denn zum Krieg gehört der Tod, und der Tod gehört in allen Kulturen zur Religion.

Beides: Krieg und Religion haben eigene Dialogiken. Der christliche Dialog entfaltet sich zwischen Gemeinde und Priester, mit Lektüre, Predigt, Beichte, Segen und Liturgie. Ausser dem Kirchenjahr ist nicht alles traditionell: Organisten können moderne Musik spielen, Pfarrer können politisieren, Kirchenleitungen und Gemeinden können aufbegehren. Ausser in orthodoxen Verhältnissen. Die russische Kirche wurde zum Büttel einer Diktatur. Amerikanische Evangelikale dienen einem Trump. Wie wird sich die europäische Kirche „kriegstüchtig“ machen?

2024-11-26T11:24:01+00:0011 '24|Gesprächsrundschau|

20. März 2024 – Kriegstüchtig werden

Sollen die Deutschen, sagt seit geraumer Zeit der deutsche Verteidigungsminister Pistorius, und meint damit einerseits die Aufrüstung der Bundesrepublik nach den Massgaben der USA – also das Erreichen der ZweiProzentHürde, die allen NATO Partnern vorgegeben sein soll -, andererseits die Reaktion auf das maßlose Geschehen zwischen Russland und der Ukraine. Immer näher rückt ja die argumentative Situation, wonach Russland auf NATO – Angriffe reagieren könnte, und zwar atomar. Der gegenwärtige Streit um eine Waffe für das ukrainische Militär namens Taurus balanciert dabei auf einem Hochseil. Während Kanzler Scholz kategorisch die Lieferung ablehnt, ereifern sich Mitglieder des Bundestages über das Gegenteil, unter Gefahr von Durchstechereien. Man diskutiert, wie diese Waffe kriegstüchtig sein könnte, um russische Positionen und Objekte zu zerstören, wer diese Fertigkeit an Ukrainer weitergeben kann und ob nicht die BRD darunter leidet. Genaugenommen hätte Präsident Putin sagen können, dass der NATOfall vorliege, etwa weil Staaten wie Schweden und Finnland ihre Neutralität für die Mitgliedschaft aufgeben und vieles andere mehr. Wie man sieht, ist die Gebetsmühle „Wandel durch Handel“ inzwischen völlig sinnleer. „Wandel durch Nicht-Handel“wird mittels Sanktionen betrieben und zielt auf den ökonomischen Zusammenbruch des Gegners. Man hat nicht mit Putins Raffinesse, mit der russischen Indolenz und Ausdauer gerechnet, auch nicht mit den vielfachen Kooperationen auf der internationalen Bühne. Also mit China, mit Indien, mit vielen antiwestlichen Staaten. Einen Tag nach der Ermordung des aufsässigen Befehlshabers der Wagner Truppe, Prigoschin, fand eine Sitzung der Briks-Staaten statt, mit sechs neuen Mitgliedern. Alle zusammen bildeten eine Mehrheit der heutigenMenschheit ab. Und seit vorgestern ist Putin erneut Präsident des russischen Reiches. Wie können unter dieser Voraussetzung die Europa-Wahlen am 9. Juni verlaufen?

2024-11-26T11:33:16+00:0003 '24|Gesprächsrundschau|
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