19.06.2026 – Der Denker des Gesprächs
Heute steht das intellektuelle Frankfurt am Main wieder einmal im Zeichen von Jürgen Habermas. Bundespräsident Steinmeier spricht um 15 Uhr in der Paulskirche über den ehemaligen Freund; abends soll ein Symposion in der Goethe Universität stattfinden, u.a. anderen mit Peter Gordon, Michael Zürn, Peter Niesen, Seyla Benhabib, Hauke Brunkhorst, Vera King, Klaus Günther, Axel Honneth und Rainer Forst. Dieser Gedenktag ist ein Memento Mori von unerhörter Signifikanz. Denn seit heute weiss man hierzulande Genaueres über den volltönend angekündigten Friedensdialog zwischen USA und Iran/Persien: man weiss, dass man nichts weiss. Man weiss, dass detaillierte Verhandlungen noch vor Beginn abgesagt wurden, dass 60 Tage für diesen Friedensdialog eine lächerliche, fadenscheinige Frist wären, dass die Inszenierung ausschliesslich dem 80. Geburtstag des US Präsidenten galt, dem sich die politische Welt unterwarf. Wolfgang Ischinger sprach frühmorgens in einem Interview mit DLF vollkommen entsetzt über die Szene. Er sei abgrundtief besorgt, nicht nur wegen der sinnlosen Fristsetzung, nicht nur wegen der offenkundigen Niederlage der amerikanischen Position, sondern vor allem wegen einer offen zutage tretenden Dissonanz zwischen Trump und Netanjahu. Denn Israel wünscht keinen Frieden, solange ganze Völkerschaften des Nahen Ostens seinen Untergang herbeisehnen. Wie soll das jemals gelöst, welche Vernunft kann beschworen werden ?