das sagt jedenfalls eine Betrachtung der TikTok Generation in der NZZ vom 10. September. Wenn sie als Verkäufer hinter der Theke stehen: „Statt jemanden direkt anzusprechen und nach den Wünschen zu fragen, starren sie das Gegenüber bloss an, als wüssten sie nicht, was es hier will. Sie sind unfähig oder unwillig, ein paar noch so oberflächliche Wort zu wechseln – Smalltalk zu machen.“ Wissenschaftler bestätigen das unfreiwillig zynisch. Angeblich sprechen wir heute durchschnittlich 338 Wörter weniger als vor zehn Jahren. „Das sind 120 000 fehlende Wörter jedes Jahr. Und es betrifft vor allem Menschen unter 25. “
Die Studie aus Missouri verfügt über 14 Jahre Datenerhebung: zwischen 2005 und 2019 schrumpften sprachliche Verlautbarungen offenbar um 28 Prozent. Also noch vor dem Ausbruch von Covid! Inzwischen ersparen immer mehr technische Möglichkeiten das Reden. Wer live mit anderen spricht, muss Gesichter anschauen, Fragen stellen und Antworten geben, sich überhaupt verständlich machen. Er oder sie riskieren Streit, könnten aber auch zusammen lachen. Reden überhaupt trainiert das Gehirn, besonders das alte. Man vermindert Wortfindungsstörungen, übt den eigenen Wortschatz, hat sozialen Kontakt. Von einer „Kunst des Gesprächs“ ist dabei noch garnicht mal die Rede.