müsste man heute sprachkritisch den Dialog selber nennen, dessen Ende wir noch vor wenigen Jahren an dieser Stelle betrauert haben. Während das Gespräch der Waffen seltsam zur Dauerschleife mutierte, sind die Kongresse, die Messen, die politischen Meetings, die Plattformgespräche, die privaten Mails mit wachsendem Anteil an visuellen Signalen (Emojis), vor allem die Flut an podcasts in eine unermessliche Dialogik gewachsen. Immer mehr digitale Teilnehmer erklären auf X oder Truth Social weltpolitische Grundsätze und Absichten, furchterregende Diagnosen etc. Besonders die kommenden Wahlen im deutschen Osten wirken als Treiber, erzeugen Sprechakte wie Rücktrittserklärungen zentraler Politiker, Wahlversprechen kommender Wutkanzler, Ankündigungen von turmhohen Entlassungswellen.
Unterlegt ist dies alles von der gewaltigen Szene der Fussballweltmeisterschaft, dies Jahr im Zeichen bröckelnder Regularien, die den Zusammenbruch der regelbasierten Politik spiegeln. Fussball erzeugt nicht nur Spielfreude sondern auch Massenerregung, Massengebrüll – nicht nur im Stadion, sondern immer auch bei den Zuschauern zuhause.
Wie gut passt dazu der neue blockbuster aus Amerika: Odysseus, die Geschichte eines kraftstrotzend heterosexuellen Vertriebenen, der nach sieben Jahren Exil zu seiner unendlich treuen Frau, zum unendlich treuen Gesinde, zurückfindet und unter den fremden Prassern an seinem Hof ein Massaker anrichtet.
Sollen wir hier eine Parabel auf Donald Trump erkennen??